Ja-zu-Fra

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Inhaltsverzeichnis

Urspung

Ja-zu-Fra ist eine Initiative von Fraport, Lufthansa und Condor. Das Logo der Aktionsmarke stellt ein Segelflugzeug oder ein symbolisches Flugzeug ohne Triebwerke dar. Mit massiver Anzeigen- und Großplakatwerbung wurde die Kampagne im März 2012 von der auf Krisen-PR spezialisierten internationalen PR-Agentur Burston-Marsteller eingeführt. An einer ersten Großkundgebung " Ja zu Fra " auf dem Frankfurter Römerberg nahmen fast ausschließlich Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen teil. Mit Fraport-Sonderbussen vom Flughafen und zurück sowie mit Freifahrtscheinen für die öffentliche Verkehrsbetriebe nahmen einige Tausend Angestellte teil. Ausschnitte aus einer Fernsehsendung des HR (Frapedia trifft Ja-zu Fra" / siehe auch : [1]) zeigten, dass es sich bei den Protestschildern vorbereitete Werbemittel handelte. Ja-zu-Fra geriet auch durch die begleitende Rundfunkwerbung, die gegen den Staatsvertrag verstieß, in die Kritik.

Streikende Lufthansa-Mitarbeiterinnen im August 2012

Vortäuschen einer Bürgerbewegung

Wie wenig die Kampagne „Ja zu FRA“ von den Beschäftigten am Frankfurt Flughafen angenommen wird, zeigen auch die Arbeitskämpfe im Spätsommer 2012. Streikende Lufthansa-Angestellte zeigten lieber selbstgebastelte Transparente mit Aufschriften wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns den Kranich klaut“ – eine Entlehnung des Slogans, der allwöchentlich bei den Montagsdemonstrationen gerufen wird.

Aktuelle Kampagne

Seit Ende Juni 2012 wird mit massiver Großflächenwerbung und Anzeigen geworben. Die Verbraucher werden gefragt, "warum Sie Ja zu FRA ?" sagen. Bei den Plakatmotiven lassen Fraport, Lufthansa und Condor u.a. Mitarbeiter des Sheraton-Hotel, Taxifahrer und Gemüsehändler als Meinungsbildner ins Bild setzen und vermeintlich eigene Aussagen treffen. Die in Anführungszeichen gesetzten Zitate sollen dazu dienen, die Wirtschaftlichkeit des Frankfurter Flughafens heraus zu stellen und einer breiten Öffentlichkeit zu suggerieren, dass das weitere Wohl des Rhein-Mein-Gebiets von stetig wachsendem Passagier und- Frachtabkommen abhängig ist. Mit der Kampagne zielt die Initiative offensichtlich darauf ab, den vom gesundheitsschädigenden Fluglärm massiv betroffenen Menschen und den Protesten gegen den Ausbau des Flughafens entgegen zu treten.

Zahlreiche Motive der "Ja-zu Fra" - Kampagne stellen nicht existierende Zusammenhänge her und sollen offensichtlich bewusst von der Realität ablenken:

Emotionale Kampagne: Übernachtungen und Tourismus
Wahr ist: Ein Ausbau von FRA mit noch mehr Umsteigern fördert nicht den Tourismus, denn
  • "52% aller Passagiere nutzen FRA als Umsteige-Hub. FRA hat von allen europäischen Airports den höchsten Anteil an Umsteigern." [1]
  • 52 % aller Passagiere ( 29 Millionen Menschen) müssen FRA (Airport-City-Frankfurt ) als reinen Umsteiger-Flughafen ( HUB = Drehkreuz ) nutzen. Alle Umsteiger - die Passagiere aus aller Welt - dürfen die Terminals nicht verlassen. Alle Umsteiger fördern weder heute noch in Zukunft den Tourismus, die Übernachtungszahlen noch die Taxi- und Verkehrsbetriebe u.a.
  • Von 2001-2012 sind die Übernachtungen in Frankfurt um mehr als 50% gestiegen, während die Anzahl der Flugbewegungen - ohne den Umsteiger-Anstieg -

im selben Zeitraum nahezu konstant geblieben ist [2], während die Anzahl der Flugbewegungen im selben Zeitraum nahezu konstant geblieben ist[3].



Emotionale Kampagne: Taxigewerbe

Wahr ist: FRA fördert nicht die lokalen Kleinunternehmer und den Mittelstand, wie z.B. Taxiunternehmen, denn

  • 3o Millionen Umsteiger brauchen kein Taxi
  • Mit "THE SQUAIRE", "der mobilsten Immobilie Europas und dem Symbol für globale Vernetzung, dem größte einzelne Bauprojekt Europas, demonstriert der Standort seine Anziehungskraft. Büros, Geschäfte, Hotels, Restaurants und Parkflächen – ein Forum für die „transnationale Elite“ der permanent mobilen Top-Professionals" [4]. Mit anderen Worten, die Euros, die die Umsteiger ausgeben verbleiben zu 100% am Flughafen!
  • Fraport will das Terminal 3 nur deshalb bauen, um alle Umsteiger indirekt abkassieren zu können über neue und weitere Läden und Gastronomie. Fraport baut sich quasi eigene Einkaufsflächen auf den ehemaligen Wald- und Gemeindeflächen. Ziel ist die "Airport City" [5], die autarke Stadt am Flughafen.
  • Die Strategie von Lufthansa und Fraport verfolgt den Ausbau der Drehkreuzfunktion: "Organisches Wachstum unter der Maxime der Kosteneffizienz wird erreicht durch Ausbau der großen Drehkreuze ( HUBs) in Frankfurt und München...über Zubringerflüge aus dem europäischen Umland werden die Interkontinentalflüge zudem noch profitabler ausgelastet... Die Integration der erworbenen Unternehmen in den Lufthansa Konzern Multi-Hub Philosophie von Lufthansa.[6]


Emotionale Kampagne: Arbeitsplätze

Wahr ist: FRA trägt nicht mehr positiv zu Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum bei, denn

  • "Von einem positiven Beschäftigungsmultiplikator für das Flughafenumland ist in der amtlichen Statistik nichts zu erkennen, im Gegenteil: je weiter man sich vom Frankfurter Flughafen entfernt, desto besser wird die Beschäftigtenentwicklung".[7]
  • "Eine Hypothese, dass der Arbeitsmarkt in Relation zur Größe eines Flughafens positiv beeinflusst wird, lässt sich nicht bestätigen. Ein Einfluss einer Flughafeninfrastruktur auf den Arbeitsmarkt ist statistisch nicht

nachweisbar". [8]

  • "Bei Ausbauten der größten Flughäfen Deutschlands ist nicht mit nennenswerten zusätzlichen katalytischen Arbeitsplätzen zu rechnen".[9]
  • "Der Luftverkehr ist kein signifikanter Faktor mehr, und der Wert von 0,03 zeigt, dass das regionale Wirtschaftsniveau nahezu unabhängig vom Luftverkehrsniveau ist." [10]


Einzelnachweise

  1. "Wachstumsstrategien für die erfolgreiche Expansion intermodaler Verkehrsnetze und logistischer Infrastrukturen", Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport AG Deutscher Logistik Kongress Berlin, 22. Oktober 2010
  2. Gäste- und Übernachtungszahlen Frankfurt am Main 2011
  3. Entwicklung der Verkehrszahlen, Entwicklung der Verkehrszahlen
  4. "Wachstumsstrategien für die erfolgreiche Expansion intermodaler Verkehrsnetze und logistischer Infrastrukturen", Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport AG Deutscher Logistik Kongress Berlin, 22. Oktober 2010
  5. "Frankfurt Airport City Chance oder Risiko für die Region Rhein-Main?" Frankfurt Airport City
  6. Geschäftstätigkeit und Strategie, 2009 Geschäftstätigkeit und Strategie
  7. Bernd Hausmann Diplom-Wirtschaftsingenieur, Stadtentwicklungsplaner der Stadt Frankfurt am Main. Der Wachstumsmotor auf dem Prüfstand – Der Frankfurter Flughafen und die Entwicklung der Arbeitsplätze in der Region, Ende 1998.
  8. Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung Essen (RWI), Gutachten W3, sog. Mediation 1999
  9. Prof. Friedrich Thießen, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Universität Chemnitz. Untersuchung "Nutzen großer Flughäfen" August 2004
  10. Dokumentation zum Konsensworkshop zur Evaluation der Gutachten im Planfeststellungsverfahren zum Ausbau des Rhein-Main-Flughafens, G 19.1 und G 19.2, Stand 25.4.2007 Rhein-Main-Institut e.V.
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